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Rurale
Intelligenz

Helga Scheiber lebt am Malerhof und Name ist dort Programm. In Waidegg bei Jenig im Kärntner Gailtal steht ein wunderschönes Hof-Ensemble mit alten Obstbäumen, den schönsten Ziegelfenster Kärntens und megadicken Mauern, die Geborgenheit ausstrahlen, aber dem WLAN schon mal zu schaffen machen. Auch in der Nachbarschaft: Der Millienniumexpress, schwebender Eintritt ins Nassfeld, Kärntens größtes und italophilstes Skigebiet. Besuch bei einer Bildungshungrigen, die gut mit Gästen kann.

Malerhof
Malerhof

„Wir arbeiten sehr viel in der Natur, am Feld und im Stall. Am Abend, wenn unsere Tiere versorgt sind und die Arbeit verrichtet ist, haben wir Zeit Ihre Anfragen in Ruhe zu beantworten“, lautet der erfrischend ehrliche Text auf der Startseite des Malerhofs im World-Wide-Web. Diese Aussage beschreibt die Hofphilosophie im Gästeservice treffend, denn hier geschieht alles zu seiner Zeit, kein Stress, keine Hektik. Daumen hoch.

„Ich kann mich nicht zum Sklaven des Computers machen. Gästeanfragen werden am Abend beantwortet.“

Der Fokus am Malerhof liegt ganz klar auf der Betreuung der Urlauber vor Ort. Also wenn sie mal da sind, dann spielen die Scheibers ihre Stärken aus. Vor allem Helga kann es sicher nicht abstreiten, dass ihr die Rolle der Gastgeberin nicht gefallen würde. Sie spricht gern und viel, hat aber auch echt einiges zu erzählen. Man hört ihr gerne zu. Und während wir im 350 Jahre alten Troadkasten (eine der insgesamt vier Ferienwohnungen) sitzen, kann ich mir gut vorstellen, dass das auch ihre Gäste tun, eventuell begleitet von einer Nachmittagsjause aus hofeigenen Produkten wie Joghurt, Marmelade, Wurst und Hausspeck. „Die Vermietung ist mein Leben“, und keiner zweifelt daran, der schon mal länger als ein paar Stunden am Hof der Scheibers war. Für die stolze Bäuerin ist der Umgang mit Gästen eine gegenseitige Befruchtung, ein lebenslanges Lernen durch Begegnung.

Malerhof
Malerhof

Helga hat ihre Kindheit unweit von hier auf einer „Hobbylandwirtschaft“ verbracht, wie sie den elterlichen Hof heute nennt. Ihre Mutter hatte eine Kuh und ein Kalb, die Großeltern Ziegen. Prägender hingegen waren die ersten Berührungspunkte mit Gästen und den sozialen Effekten, die für Bauernhofkinder in der Hochsaison spürbar waren. „Wir mussten im Keller oder in der Scheune schlafen. Ein Wahnsinn! Das wäre für unsere Jungen heute völlig undenkbar“, wagt Helga einen Blick zurück und es scheint ein glücklicher Umstand zu sein, dass sie sich trotzdem für die Gastgeberei entschieden hat. Wohl auch, weil sie wusste, dass es eine gesunde Trennung des privaten Lebensbereichs und der Ferienwohnungen braucht. Und das ist am Malerhof gegeben, also Nähe ist möglich, muss aber auch nicht immer sein.

Malerhof
Malerhof

„Mädchen reiten gerne, Burschen haben eher Augen für John Deere & Co.“

Vermietet wird seit 1996, also schon eine halbe Ewigkeit. Obwohl der „malerische“ Hof im Dorfzentrum liegt, bietet das Anwesen mit den schönen alten Obstbäumen und einer schattenspendenden Mauerbirne, die gut 150 Jahre alt sein soll, einen Hektar Garten rundherum. Wer hat das schon? Genügend Platz und Auslaufzone für Kind & Kegel. Sollte es im sonnenverwöhnten Gailtal mal nass und unfreundlicher sein, packt Helga ihre Basteltricks aus und unterhält Gästekinder oder bäckt mit ihnen gemeinsam Brötchen. Ansonsten gibt es Grillabende und einen Almausflug zu den Hofschweinen, die oben grasen dürfen. Der ganze Outdoorspass findet natürlich im Sommer statt. In der kalten und weißen Jahreszeit locken zahlreiche Pistenkilometer am Nassfeld, das man ab Hof direkt und bequem mit dem Skibus erreicht. Die Gästeschar ist international gestreut, im Winter dominieren zentraleuropäische Herkunftsländer. Kanadier, Australier und Amerikaner durften sich schon in die Gästebücher des Malerhofs eintragen und in der 500 Jahre alten Bauernstube probesitzen. Ein schöner Beitrag zu Welt im Dorf.

Malerhof

„Nur Landwirtschaft war mir immer zu wenig“

Helga Scheiber war 23 Jahre lang Bildungsreferentin im Bezirk Hermagor und vertrat als selbstbewusste Sprecherin auch die Anliegen ihrer Gesinnungsschwestern. Wie gesagt, nomen est omen. Etliche Male besuchte sie das Bildungshaus Schloss Krastowitz in Klagenfurt, um ihren Wissensdurst zu stillen. Als Seminarbäuerin war es fortan ihr Auftrag, das Wissen rund um Brot, Fisch, Gemüse und Obst ins Land hinein zu tragen. In den Dörfern und Gasthäusern oder im Einsatz in den Schulen und Kindergärten. Jedenfalls immer mit sehr viel persönlicher Nähe.

 

Die touristische Vermietung bringt den Scheibers heute schon mehr ein, als der traditionelle Landwirtschaftszweig. Und in zirka zwei Jahren, so meint Helga, wäre es dann Zeit für die Übergabe des Hofs an die nächste Generation, denn dann möchte sie es auch mal ruhiger angehen lassen und freut sich schon zu sehen, wie ihr Sohn, seine Lebensgefährtin und der kleine Julian die Weichen des Malerhofs in Richtung Zukunft stellen.

Malerhof
Eine Geschichte aufgenommen von Stefan Heinisch

Eine Frau, die auszog,
um ihren Traum zu leben

Karin Schabus wollte schon immer Bäuerin werden.

Zuhause
bei Freunden.

"Wir freuen uns, wenn wir Ihre Kinder dabei beobachten, wie sie Freundschaft schließen mit unseren Tieren."

Quellwasser, Wald und
radikaler Perspektivenwechsel

Botschafter gibt es viele. Die Mitglieder der charmanten Gesinnungsgemeinschaft „Urlaub am Bauerhof“ zählen einige davon.

Rurale
Intelligenz

Helga Scheiber lebt am Malerhof und Name ist dort Programm.

Heilige
Landschaft

Mario Lugger ist in seiner Heimat, dem Lesachtal, fest verwurzelt. Er betreibt dort mit seiner Familie eine Berglandwirtschaft und das Haus im Wiesengrund.

Unverhofft
kommt oft

Irene Kreschischnig wollte nie Bäuerin werden. Der Gedanke daran war mehr Kindheitstrauma statt Kindheitstraum.

Lesachtaler Backbox
für Tokio.

Im Lesachtal, vor allem um Maria Luggau und Liesing wird die Kultur der Brotherstellung in eigenen Öfen noch stolz praktiziert.

Prototyp
einer Kärntnerin.

Vroni ist der Prototyp einer Kärntnerin. So bewertete ein zufriedener Besucher das empathische Format der Gastgeberin vom Götzfriedhof.

Das Streben
nach Glück

Georg Stampfer war als Kind mit dem Opa viel im Wald und am Feld. Erinnerungen, die prägen.

Nudelproduktion
im Adlerhorst.

Sonja und Didi Klancnik betreiben ein kleines Bergbauernhof-Refugium in der Gemeinde, die den südlichsten Punkt Österreichs markiert.

Almdudler selbst gemacht.
Am Metnitztaler Bio-Kräuter-Bauernhof.

Monika Geyer steht im Dienste des Gastes. Und das seit 35 Jahren. Mit einer herzlichen Willkommenskultur sorgt der Nebenerwerb stets auch für Freude und Ausgleich vom Hofalltag.

Drums & Horses.
Slowtravel-Renaissance am Wörthersee

Silvester Gabalier musste Bauer werden. Das war vom Elternhaus so vorbestimmt. Er wurde es auch, weil er es auch wollte.

Die Urlaubsmacher
der Glantaler Beletage

Trotz einer schönen Kindheit wollte sie aber nie Bäuerin werden.
Die Städte, die große weite Welt wollte sie entdecken.

Die Erbgut-Beschützer
vom Auszeit-Hof

Der malerischen Sturm-Archehof am Fuße des Großglockners .

Genussvolle
Sternstunden
mit Ausblick

Am Fuße des
Weltenberges Mirnock

Die Am-Wasser-Lieblings-
Aus-Zeit des Jungbauern.

Thomas Winkler führt seit zwei Jahren in bereits 14. Generation den überaus frischen Ferienhof Neusacher-Moser am Weissensee.

Tausche Büro gegen Natur.
Neustart eines Tourismusmanagers.

Arno Kronhofer ist ein Besessener.
Und der Mann hat einen Plan, das steht fest.

Wenn dich Alpaka-Wolle
auf Wolken bettet...

Hüttenurlaub mit
südamerikanischen Träumen

„Howdy“
auf Kärntnerisch

Den Wilden Westen hautnah erleben.

Ab in die
Brotbackstube

Am Landgut Moserhof kann
man nach Herzenslust Urlaub machen.

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