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Nudelproduktion
im Adlerhorst.

Sonja und Didi Klancnik betreiben ein kleines Bergbauernhof-Refugium in der Gemeinde, die den südlichsten Punkt Österreichs markiert. Bad Eisenkappel (Zelezna Kapla) ist auch der einzige rot-weiss-rote Ort, der gleichzeitig die Prädikate Kur- und Luftkurort trägt. Wow! Etwas oberhalb der Südkärntner Gemeinde, die mit dem Seebergsattel an Slowenien grenzt, liegt der Arlitscherhof der Klancniks. Wie in einen Adlerhorst gebettet. Beschützt und nach ein paar Höhenmeter Fussmarsch doch mit guter Fernsicht gesegnet. Daneben Wiesen, Obstbäume, Wald. Besuch am Hof, der nie Hühnerfarm werden wollte und es doch ist.

Arlitscherhof
Arlitscherhof

All das war nie geplant, versichert mir Didi Klancnik, der mit seiner Frau Sonja den Arlitscherhof führt. Vollerwerbsbetrieb und so. Über 300 Hühner im Freilaufgehege. Eierüberschuss und Nudelproduktion. Und so weiter. Aber der Reihe nach. 2007 erwarben sie den Hof, der – so nennt es der Landwirt selbst – von den Vorbesitzern im Substandard betrieben wurde. Keine Werkzeuge, keine Maschinen. Gearbeitet wurden mit Ochsen. Und Achtung, wir sprechen nicht von der Nachkriegszeit, sondern den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Die Geschichte des Anwesens geht bis 1850 zurück. Anscheinend waren es Maurer aus dem Kanaltal, die hier Grund und Boden erwarben und ein erstes Gebäude errichteten. Die Klancniks wiederum arbeiteten im Leben vor der Vollerwerbslandwirtschaft beide in der Gastronomie und kauften den Hof eigentlich nur, um in den arbeitsfreien Zwischensaisonen ein Zuhause und Nebenerwerbsbeschäftigung zu haben. So die Theorie. Sonjas Jugendtraum hatte mit Südkärnten auch nichts am Hut. Sie wollte immer Wollschweinezüchterin in Kanada werden. Auch wenn es jetzt „nur“ Hühner, Schweine, Enten, Gänse, Schafe und Ziegen geworden sind, lebt sie mit ihrem Mann und den vier Kindern Anna, Johannes, Thomas und Katharina ihren Traum, das scheint gewiss, denn die Frau strahlt.

Arlitscherhof

Wenn man hier Produkte erzeugt, muss es kein Orangenlikör sein.

Didi, übrigens gelernter Koch, leitete noch bis 2015 ganze 16 Jahre lang eine Schwimmbadgastronomie in Bleiberg (Pliberk). Nachdem er hier oben im Vollerwerb aber durchaus gut beschäftigt ist, legte er die Tätigkeit nieder. Natürlich nicht ohne Wehmut. In den 10 Jahren seit die Klancniks in Lobnig, etwas oberhalb von Eisenkappel, eingezogen sind, hat sich einiges getan. Als Didi – noch als Betreiber der Schwimmbadgastronomie – auf der Suche nach einem verlässlichen Kasnudl-Lieferanten war (Anmerkung: Die Kärntner Nudel (slowenisch koroški krapi) ist ein dünn ausgewalzter Nudelteig, der zu einer bis zu faustgroßen Tasche geformt und mit verschiedenen Zutaten gefüllt wird), entschied der eh nicht arbeitsscheue Landwirt, selbst in die Lebensmittelproduktion einzusteigen. Fortan war die Abnahme gesichert und die Hühnerfarm am Arlitscherhof wuchs und wuchs. Die Entscheidung, den Hofladen auch mit Trockenware, also Bandnudeln, Suppennudeln, Spiralen usw. zu bestücken, schien logisch. Denn Eier gibt es ja genug. Die Klancnik’sche Hausphilosophie klingt tadellos: Alles, was rund um den Hof gedeiht, wird verarbeitet. „Und wenn wir alles, was hier wächst, wirklich zu Produkten veredeln würden, wäre das Jahr dafür nicht ausreichend“, sagt der Bauer und ich glaube ihm, nicht erst nach einem Blick in seinen gut sortierten Hofladen. Auch Most, Essig und Schnaps wird angeboten, zahlreiche Obstbäume zeugen vom 0,0 Kilometer-Produkt. Als leidenschaftlicher Gastronom war Didi ohne Gästeausschank nicht allzu lange glücklich und so gibt es jetzt jeweils Freitag bis Sonntag ab 13 Uhr auch noch das Hofcafé mit köstlichen Mehlspeisen, Kaffee und kleineren Jausen. Für das Fleischangebot werden Schweine gehalten. Eine radikal lokale Produktion eben.

Wir lassen unsere Gäste einfach „sein“.

Die Urlauberschar ist vielseitig – von der klassischen norddeutschen Familie, die länger als eine Woche bleibt, bis hin zum Auszeit-Suchenden Pärchen aus der Umgebung, das gerademal 20 Auto-Minuten entfernt lebt und trotzdem in der Nähe Urlaub machen möchte. Stadt- und Landmenschen. Ein milieuübergreifender Mix. Die Klancniks werden von den Reisenden mit längeren Aufenthalten beschenkt, als dies im österreichischen Tourismus üblich ist. Viele bleiben mehr als 7 Tage, manche Gastfamilien in letzter Zeit sogar auch wieder zwei oder gar drei Wochen. Sommerfrische reloaded? Hier am Hof verbiegt man sich jedenfalls nicht, um Gäste zu be-spaßen. Keine Hofführungen oder getimtes Tiere füttern. Jeder Gast ist aber herzlich eingeladen mitzuwirken und zuzuschauen, wenn zum Beispiel Brot gebacken wird. „Und wenn gerade mal nichts passiert, dann ist das eben so“, überzeugt mich Didi Klancnik von einem klaren Verständnis zeitgemäßer Gästebetreuung. Das Wegfallen von Zeitplänen und geregelten Essensausgaben bringt nicht nur viel Freiheit, sondern auch Selbstverantwortung mit sich. So viel sogar, dass Gäste bei der Ankunft manchmal fragen, in welchen Bereichen sie sich hier überhaupt frei bewegen dürfen. Didi schmunzelt. Ich nicke und nasche noch mal eine Handvoll hausgemachter Hadn-Chips. Die gibt’s übrigens auch im Hofladen.

Arlitscherhof
Arlitscherhof
Arlitscherhof
Eine Geschichte aufgenommen von Stefan Heinisch

Arlitscherhof

Sonja und Didi Klancnik

Lobnig 3
9135 Bad Eisenkappel

Eine Frau, die auszog,
um ihren Traum zu leben

Karin Schabus wollte schon immer Bäuerin werden.

Zuhause
bei Freunden.

"Wir freuen uns, wenn wir Ihre Kinder dabei beobachten, wie sie Freundschaft schließen mit unseren Tieren."

Quellwasser, Wald und
radikaler Perspektivenwechsel

Botschafter gibt es viele. Die Mitglieder der charmanten Gesinnungsgemeinschaft „Urlaub am Bauerhof“ zählen einige davon.

Rurale
Intelligenz

Helga Scheiber lebt am Malerhof und Name ist dort Programm.

Heilige
Landschaft

Mario Lugger ist in seiner Heimat, dem Lesachtal, fest verwurzelt. Er betreibt dort mit seiner Familie eine Berglandwirtschaft und das Haus im Wiesengrund.

Unverhofft
kommt oft

Irene Kreschischnig wollte nie Bäuerin werden. Der Gedanke daran war mehr Kindheitstrauma statt Kindheitstraum.

Lesachtaler Backbox
für Tokio.

Im Lesachtal, vor allem um Maria Luggau und Liesing wird die Kultur der Brotherstellung in eigenen Öfen noch stolz praktiziert.

Prototyp
einer Kärntnerin.

Vroni ist der Prototyp einer Kärntnerin. So bewertete ein zufriedener Besucher das empathische Format der Gastgeberin vom Götzfriedhof.

Das Streben
nach Glück

Georg Stampfer war als Kind mit dem Opa viel im Wald und am Feld. Erinnerungen, die prägen.

Nudelproduktion
im Adlerhorst.

Sonja und Didi Klancnik betreiben ein kleines Bergbauernhof-Refugium in der Gemeinde, die den südlichsten Punkt Österreichs markiert.

Almdudler selbst gemacht.
Am Metnitztaler Bio-Kräuter-Bauernhof.

Monika Geyer steht im Dienste des Gastes. Und das seit 35 Jahren. Mit einer herzlichen Willkommenskultur sorgt der Nebenerwerb stets auch für Freude und Ausgleich vom Hofalltag.

Drums & Horses.
Slowtravel-Renaissance am Wörthersee

Silvester Gabalier musste Bauer werden. Das war vom Elternhaus so vorbestimmt. Er wurde es auch, weil er es auch wollte.

Die Urlaubsmacher
der Glantaler Beletage

Trotz einer schönen Kindheit wollte sie aber nie Bäuerin werden.
Die Städte, die große weite Welt wollte sie entdecken.

Die Erbgut-Beschützer
vom Auszeit-Hof

Der malerischen Sturm-Archehof am Fuße des Großglockners .

Genussvolle
Sternstunden
mit Ausblick

Am Fuße des
Weltenberges Mirnock

Die Am-Wasser-Lieblings-
Aus-Zeit des Jungbauern.

Thomas Winkler führt seit zwei Jahren in bereits 14. Generation den überaus frischen Ferienhof Neusacher-Moser am Weissensee.

Tausche Büro gegen Natur.
Neustart eines Tourismusmanagers.

Arno Kronhofer ist ein Besessener.
Und der Mann hat einen Plan, das steht fest.

Wenn dich Alpaka-Wolle
auf Wolken bettet...

Hüttenurlaub mit
südamerikanischen Träumen

„Howdy“
auf Kärntnerisch

Den Wilden Westen hautnah erleben.

Ab in die
Brotbackstube

Am Landgut Moserhof kann
man nach Herzenslust Urlaub machen.

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